Wegeunfall bei Stauumfahrung?

Ein Unfall löst als Wegeunfall Leistungen der gesetzlichen Unfallversicherung aus, wenn er auf dem direkten Weg von der versicherten Tätigkeit nach Hause eintritt. Dies ist bei einem staubedingten Umweg von 800 Metern kurz vor der Wohnung nicht der Fall.

Streitig ist zwischen den Beteiligten, ob der Verkehrsunfall des Klägers am 20.4.2017 als Wegeunfall anzuerkennen ist. Der Kläger gab an, er habe die Arbeitsstätte um 16:10 Uhr verlassen und nach Hause fahren wollen. Am Unfalltag sei er nicht wie üblich in die K.-Straße abgebogen, sondern weiter über die L.-Straße, bis es zu dem Verkehrsunfall kam. Grund hierfür sei ein LKW-Unfall auf der A30 gewesen, infolge dessen die Autobahn gesperrt worden sei, so dass auf allen Hauptstraßen in A-Stadt Stau gewesen sei.

Der beklagte Unfallversicherungsträger lehnte die Feststellung eines Arbeitsunfalls ab. Der vom Kläger gewählte Weg nach Hause sei verkehrsbedingt nicht nachzuvollziehen. Die gewöhnliche Fahrtstrecke führe durch eine Tempo-30-Zone. Die von den Staus betroffenen Hauptstraßen hätten nicht befahren werden müssen. Hiergegen erhob der Kläger Widerspruch. Er sei lediglich verkehrsbedingt einen Bogen gefahren, um nach Hause zu kommen. Der Beklagte wies den Widerspruch zurück.

Die dagegen erhobene Klage ist unbegründet (Sozialgericht Osnabrück, Urteil vom 1.8.2019 - S 19 U 251/17). Der Unfall des Klägers hat zur Zeit des Unfallereignisses nicht mehr in einem sachlichen Zusammenhang mit seiner versicherten Tätigkeit als Arbeitnehmer gestanden. Zu den versicherten Tätigkeiten zählt auch das Zurücklegen des mit der Tätigkeit zusammenhängenden unmittelbaren Weges nach und von dem Ort der Tätigkeit. Geschützt ist zwar nicht nur der direkte (kürzeste) Weg. Voraussetzung hierfür ist jedoch, dass es sich unter Beachtung der Handlungstendenz des Versicherten jeweils noch um einen "unmittelbaren" Weg zur Tätigkeit handelt. Der Kläger hat den anderen Weg nicht eingeschlagen, um eine dem Beschäftigungsbetrieb dienende Verrichtung auszuüben, sondern weil er einen Stau umgehen wollte, als er noch ca. 550 Meter vom Wohnort entfernt war. Der restliche Nachhauseweg hat sich dadurch fast verdreifacht. Für diesen längeren Weg hat er keine rechtfertigenden Gründe vorgelegt.

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