Ein-Prozent-Regelung bei Überlassung mehrerer Kfz

Der Bundesfinanzhof (BFH) hat sich zur Frage der Besteuerung bei der Überlassung mehrerer Fahrzeuge an den Arbeitnehmer geäußert. Dabei bestehen in der Rechtsprechung und der Finanzverwaltung unterschiedliche Auffassungen.

Überlässt der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer mehr als ein Kfz auch zur privaten Nutzung, so ist lt. BFH der in der Überlassung des Fahrzeugs zur privaten Nutzung liegende geldwerte Vorteil für jedes Fahrzeug nach der Ein-Prozent-Regelung zu berechnen (Bestätigung des BFH-Urteils vom 13.6.2013 - VI R 17/12, BStBl. II 2014, 340, mit Beschluss vom 24.5.2019 - VI B 101/18).

Die Auffassung der Finanzverwaltung mit der sog. Junggesellenregelung sieht jedoch anders aus. So heißt es in der Randziffer 22 des Schreibens des Bundesfinanzministeriums (BMF) vom 4.4.2018, BStBl. I 2018, 592:

Stehen einem Arbeitnehmer gleichzeitig mehrere Kraftfahrzeuge zur Verfügung, so ist für jedes Kraftfahrzeug der pauschale Nutzungswert für Privatfahrten mit monatlich 1 % des Listenpreises anzusetzen. Dies gilt auch beim Einsatz eines Wechselkennzeichens. Dem pauschalen Nutzungswert für Privatfahrten kann der Listenpreis des überwiegend genutzten Kraftfahrzeugs zugrunde gelegt werden, wenn die Nutzung der Kraftfahrzeuge durch andere zur Privatsphäre des Arbeitnehmers gehörende Personen so gut wie ausgeschlossen ist. Bei Anwendung der 0,03 %-Regelung ist dem pauschalen Nutzungswert für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte stets der Listenpreis des überwiegend für diese Fahrten genutzten Kraftfahrzeugs zugrunde zu legen. Die Regelungen in Satz 3 und 4 bleiben von dem BFH-Urteil vom 13. Juni 2013 (BStBl. 2014 II Seite 340) unberührt. Bei Anwendung der Einzelbewertung ist der pauschale Nutzungswert entsprechend den Angaben des Arbeitnehmers fahrzeugbezogen zu ermitteln.

Fazit: Die Finanzverwaltung wendet die sog. Junggesellenregelung weiterhin an.

Bundesfinanzhof (BFH), Beschluss vom 24.5.2019, Aktenzeichen: VI B 101/18

Der Umlagesatz zur Insolvenzgeldversicherung soll im kommenden Jahr weiterhin 0,06 Prozent betragen.

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